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Information und Unterstützung für Risikogruppen

Als Risikogruppe gelten Menschen über 65 Jahre sowie Personen mit chronischen Vorerkrankungen jeden Alters. Für diese Personen steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit schwerem Verlauf.

Die allgemeine Aufforderung, soziale Kontakte gering zu halten, gilt für die Risikogruppe ganz besonders.

Schutzmaßnahmen für Berufstätige, die einer Risikogruppe angehören

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf haben, gelten gesetzliche Schutzmaßnahmen.

Was ist der „besondere Schutz von Risikogruppen“?

Unselbstständig Berufstätige aller Berufsgruppen, die zur Risikogruppe zählen, haben Anspruch auf Homeoffice oder Veränderung der Arbeitsbedingungen. Wenn das nicht möglich ist, haben sie Anspruch auf eine befristete Dienstfreistellung. Das gilt auch für Beschäftigte in der „kritischen Infrastruktur“.

Die Beschreibung der Schutzmaßnahmen und eine Liste der Vorerkrankungen finden Sie auf der Website des Sozialministeriums.

Wer zählt zur Risikogruppe?

Nach der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung zählen Personen mit folgenden Vorerkrankungen zur Risikogruppe:

  1. fortgeschrittene chronische Lungenkrankheiten, die eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen
  2. chronische Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind, wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen
  3. aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten 6 Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) und/oder einer erfolgten Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie
  4. Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression behandelt werden müssen
  5. fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen
  6. chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose ab Childs-Stadium B
  7. ausgeprägte Adipositas ab dem Adipositas Grad III mit einem BMI >= 40
  8. Diabetes mellitus
  9. arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz, oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung

Diese medizinischen Hauptindikationen werden in der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung genauer beschrieben.

Darüber hinaus können auch andere, ähnlich schwere Erkrankungen einen besonderen Schutz begründen.

Liegt bei Ihnen eine dieser Erkrankungen vor, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein COVID-19-Risiko-Attest ausstellen.

Ich bin nicht sicher, ob ich zur Risikogruppe gehöre. Wo kann ich mich informieren?

Die meisten Betroffenen werden über die Medikamente, die sie einnehmen, ausfindig gemacht. Sie haben einen Brief von der Sozialversicherung über die neuen gesetzlichen Schutzmaßnahmen erhalten.

Jene Betroffenen, die keine verschriebenen Medikamente erhalten, zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit Krebstherapie im Krankenhaus oder Dialysepatientinnen und -patienten, können sich bei ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten melden.

Fragen zu COVID-19-Risiko-Attest, Dienstfreistellung oder Homeoffice beantwortet Ihnen der Dachverband der Sozialversicherungen.

Telefon: 050 124 2020

E-Mail: covid19.risikoattest@sozialversicherung.at

Die wichtigsten Informationen für ältere Menschen und Angehörige

Wie gelten die Ausgangsbeschränkungen? In welchen Fällen darf ich trotzdem rausgehen?

Die Ausgangsbeschränkungen gelten rund um die Uhr.

Sie dürfen Ihren privaten Wohnbereich nur noch aus folgenden Gründen verlassen:

  1. Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Leib, Leben und Eigentum, zum Beispiel in einem medizinischen Notfall
  2. Betreuung von und Hilfeleistung für unterstützungsbedürftige Personen sowie Ausübung familiärer Rechte und Erfüllung familiärer Pflichten, zum Beispiel minderjährige Kindern besuchen
  3. Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens
  4. Beruf und Ausbildung, sofern erforderlich
  5. Körperliche und psychische Erholung im Freien, zum Beispiel spazieren gehen, joggen, Gassi gehen
  6. Behördliche oder gerichtliche Termine, die sich nicht aufschieben lassen

An öffentlichen Orten müssen Sie einen Mindestabstand von 1 Meter gegenüber Personen einhalten, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. In öffentlichen, geschlossenen Räumen müssen Sie zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Was bedeutet „Deckung der notwendigen Grundbedürfnisse des täglichen Lebens“?

Neben Versorgung mit Grundgütern ist hier auch gemeint:

  • Deckung eines Wohnbedürfnisses, zum Beispiel den Zweitwohnsitz aufsuchen
  • Kontakt mit der Lebensgefährtin oder dem Lebensgefährten, falls sie oder er nicht im gemeinsamen Haushalt lebt
  • Kontakt mit einzelnen engsten Angehörigen (Eltern, Kindern und Geschwistern)
  • Kontakt mit einzelnen wichtigen Bezugspersonen, mit denen Sie sich in der Regel mehrmals in der Woche treffen
  • Religiöse Grundbedürfnisse, zum Beispiel Friedhof, Kirchen oder andere Gotteshäuser besuchen
  • Grundversorgung von Tieren
  • Jeder Arztbesuch, auch wenn nicht dringend
  • COVID-19-Testung
  • Teilnahme an gesetzlich vorgesehenen Wahlen und Gebrauch von gesetzlich vorgesehenen Instrumenten der direkten Demokratie
  • Betreten von Betriebsstätten, deren Betreten erlaubt ist
  • Teilnahme an bestimmten erlaubten Veranstaltungen
Kann ich wie gewohnt meine Pension abholen und Rechnungen einzahlen?

Holen Sie Ihre Pension nach Möglichkeit nicht gleich am 1. oder 2. Tag des Monats ab. So können Sie Warteschlangen und den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. In Österreich ist ausreichend Bargeld vorhanden. Die rund 9.000 Bankomaten werden regelmäßig nachgefüllt.

Tipps für Ihre Finanzgeschäfte:

  • Verwenden Sie nach Möglichkeit Online-Banking, Bankomatkarte und kontaktloses Bezahlen.
  • Gehen Sie nicht gleich am Monatsbeginn in die Bank- und Postfilialen.
  • Halten Sie in der Filiale den Sicherheitsabstand von 1 Meter ein und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Vereinbaren Sie vorher telefonisch einen Termin.
  • Klären Sie mit der Bank ab, ob Sie sich von einer Vertrauensperson mit Vollmacht vertreten lassen können.
  • Geben Sie Bankomat- oder Kreditkarte keinesfalls an Fremde.
Wie bekomme ich meine Medikamente?

Sie können sich Ihre Medikamente auch ohne Arztbesuch verschreiben lassen. So ist der Ablauf:

  • Melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Die Ärztin oder der Arzt stellt ein Rezept über die benötigten Medikamente aus.
  • Das Rezept gelangt über die e-Medikation elektronisch oder per Fax an die Apotheke.
  • Sie können die benötigten Medikamente ohne Papierrezept in der Apotheke abholen oder Angehörige bzw. eine Betreuungsperson schicken.
  • Erforderlich sind die Angabe des Namens, der Sozialversicherungsnummer und der zuständigen Krankenkasse der Patientin oder des Patienten.
Was muss ich beachten, wenn ich meine Familie treffen will?

Verbringen Sie die Zeit mit jenen Menschen, mit denen Sie im gemeinsamen Haushalt leben. Der Besuch von einzelnen engsten Angehörigen bzw. einzelnen wichtigen Bezugspersonen, mit denen Sie sonst mehrmals wöchentlich Kontakt pflegen, ist erlaubt. Auch der Kontakt zu unterstützungsbedürftigen Personen zur Betreuung und Hilfeleistung ist erlaubt. Als Großeltern dürfen Sie auf Ihre minderjährigen Enkelkinder aufpassen.

Ich habe Angehörige im Behindertenheim oder Pflegewohnhaus. Was muss ich beachten?

Besuche sind nur eingeschränkt möglich.

  • Pro Woche darf 1 Besuchsperson pro Bewohnerin oder Bewohner kommen. Bei Behindertenwohnheimen sind es 2 Personen.
  • Besucherinnen und Besucher müssen entweder ein negatives Testergebnis vorweisen oder eine geeignete Atemschutzmaske tragen. Bei einem Antigentest darf die Probeabnahme höchstens 24 Stunden zurückliegen, bei einem PCR-Test höchstens 48 Stunden.
  • Der Mindestabstand von 1 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz sind verpflichtend.

Die Palliativ- und Hospizbegleitung sowie Seelsorge zu kritischen Lebensereignissen ist davon ausgenommen.

Bitte beachten Sie weitere Vorgaben der jeweiligen Einrichtung.

Sind Besuche im Krankenhaus möglich?

Besuche in Wiener Krankenhäusern sind bis auf Weiteres untersagt und nur in Ausnahmefällen möglich.

Ausnahmen:

  • Minderjährige dürfen 2 Personen pro Tag empfangen.
  • Personen in kritischen Lebenssituationen dürfen 1 Person pro Tag empfangen.
  • Personen, die mindestens 1 Woche im Spital sind, dürfen 1 Person pro Woche empfangen.
  • Schwangere dürfen bei Untersuchungen während der Schwangerschaft und bei der Geburt von 1 Person begleitet werden.
  • Mütter mit Neugeborenen dürfen nach der Geburt 1 Person empfangen.

Der Mindestabstand von 1 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz sind verpflichtend.

Weitere Informationen: Besuchsverbot für Spitäler des Wiener Gesundheitsverbunds

Bitte beachten Sie weitere Vorgaben der jeweiligen Einrichtung.

Was muss ich in öffentlichen Verkehrsmitteln beachten?

Sie müssen einen Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen und 1 Meter Abstand zu Personen halten, mit denen Sie nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben. Das gilt auch in U-Bahn-Stationen, Bahnhöfen und Flughäfen und bei Bahnsteigen und Haltestellenbereichen.

Gehöre ich aufgrund meines Alters zur Risikogruppe?

Als Risikogruppe gelten Menschen über 65 Jahre und Personen mit chronischen Vorerkrankungen jeden Alters. Unabhängig vom Alter steigt für Personen mit Lungenerkrankungen und chronischen Vorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit schwerem Verlauf.

Als chronische Vorerkrankungen gelten etwa:

  • (Chronische) Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen inklusive COPD
  • Diabetes
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen

Eine vollständige Definition der Risikogruppen ist in der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung festgelegt.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen?

Tatsächlich schützen können Sie sich vor allem, indem Sie direkte soziale Kontakte gering halten. Ein Mund-Nasen-Schutz schützt in erster Linie die anderen, nicht Sie selbst.

So können Sie sich und andere schützen:

  • Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu anderen Menschen und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, wenn Sie dringende Besorgungen machen.
  • Waschen Sie Ihre Hände täglich öfter mit Wasser und Seife oder mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel mindestens 20 Sekunden lang.
  • Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase mit einem Papiertaschentuch oder mit Ihrer Ellenbeuge, wenn Sie husten oder niesen. Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase nicht mit den Händen, wenn Sie husten oder niesen.
  • Werfen Sie Papiertaschentücher sofort in den Müll und waschen Sie danach Ihre Hände. Werfen Sie Papiertaschentücher nicht ins Altpapier.
  • Wenn andere Personen in Ihrer Nähe sind und Sie husten oder niesen müssen, drehen Sie sich weg.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln.
  • Vermeiden Sie Kontakt zu kranken Menschen, die Fieber oder Husten haben.
Mir fehlt der Kontakt zu anderen - an wen kann ich mich wenden?

Die Service-Einrichtung wohnpartner hat ein Nachbarschaftstelefon für alle Wienerinnern und Wiener eingerichtet, die nachbarschaftliche Fragen und Sorgen haben.

  • Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr
  • Telefonnummer: 01 24503-25960

Telefonseelsorge

Psychiatrische Soforthilfe

  • Täglich von 0 bis 24 Uhr
  • Telefonnummer: 01 31 330

Ö3-Kummernummer

  • Täglich von 0 bis 24 Uhr
  • Telefonnummer: 116 123
Rat im Netz – E-Mail-Beratung für Seniorinnen und Senioren
Was kann ich Zuhause machen?

Das Büro der SeniorInnenbeauftragten hat eine Liste mit Unterhaltungsangeboten für Zuhause zusammengestellt. Alle Tipps finden Sie unter www.senior-in-wien.at.