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Information und Unterstützung für Risikogruppen

Als Risikogruppe gelten Menschen über 65 Jahre sowie Personen mit chronischen Vorerkrankungen jeden Alters. Diese Gruppe schließt auch jüngere Menschen ein. Unabhängig vom Alter steigt für Personen mit Lungenerkrankungen und chronischen Vorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit schwerem Verlauf.

Die allgemeine Aufforderung, soziale Kontakte gering zu halten, gilt für die Risikogruppe ganz besonders.

Bei Fragen zu Risikogruppen (beispielsweise Attest, Freistellung, Home-Office) wenden Sie sich bitte an den Hauptverband der Sozialversicherungen, telefonisch unter der Hotline 050 124 2020 oder per E-Mail an covid19.risikoattest@sozialversicherung.at

Schutzmaßnahmen für Berufstätige, die einer Risikogruppe angehören

Seit 6. Mai 2020 gelten besondere Schutzmaßnahmen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-Krankheitsverlauf darstellen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Berufe, die zu dieser Risikogruppe zählen, haben Anspruch auf Homeoffice oder Veränderung der Arbeitsbedingungen. Wenn dies nicht möglich ist, besteht ein Anspruch auf eine befristete Dienstfreistellung.

Die Beschreibung der Schutzmaßnahmen und eine Liste der Vorerkrankungen sind auf der Website des Sozialministeriums veröffentlicht.

Was ist der „besondere Schutz von Risikogruppen“?

Unselbstständig erwerbstätige Personen, die ein sehr hohes Risiko für einen schweren COVID-Krankheitsverlauf haben, haben Anspruch auf Homeoffice oder Veränderung der Arbeitsbedingungen. Wenn dies nicht möglich ist, besteht in letzter Konsequenz Anspruch auf eine befristete Dienstfreistellung.

Diese Regelung gilt für alle Berufsgruppen, also auch für die Berufe in der „kritischen Infrastruktur“.

Wer zählt zur Risikogruppe?

Nach der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung zählen Personen mit folgenden Vorerkrankungen zur Risikogruppe:

  1. fortgeschrittene chronische Lungenkrankheiten, die eine dauerhafte, tägliche, duale Medikation benötigen
  2. chronische Herzerkrankungen mit Endorganschaden, die dauerhaft therapiebedürftig sind, wie ischämische Herzerkrankungen sowie Herzinsuffizienzen
  3. aktive Krebserkrankungen mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie (Chemotherapie, Biologika) und/oder einer erfolgten Strahlentherapie sowie metastasierende Krebserkrankungen auch ohne laufende Therapie
  4. Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression behandelt werden müssen
  5. fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen
  6. chronische Lebererkrankungen mit Organumbau und dekompensierter Leberzirrhose ab Childs-Stadium B
  7. ausgeprägte Adipositas ab dem Adipositas Grad III mit einem BMI >= 40
  8. Diabetes mellitus
  9. arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden, insbesondere chronische Herz- oder Niereninsuffizienz, oder nicht kontrollierbarer Blutdruckeinstellung.

Diese medizinischen Hauptindikationen werden in der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung genauer beschrieben.

Daneben können auch andere, ähnlich schwere Erkrankungen mit funktionellen oder körperlichen Einschränkungen einen besonderen Schutz durch ein COVID-19-Risiko-Attest begründen.

Liegt eine dieser Erkrankungen vor, darf eine Ärztin oder ein Arzt ein COVID-19-Risiko-Attest ausstellen.

Ich bin nicht sicher, ob ich zur Risikogruppe gehöre. Wo kann ich mich informieren?

Die meisten Betroffen werden über die Medikamente, die sie einnehmen, ausfindig gemacht. Sie erhalten einen Brief von der Sozialversicherung über die neuen gesetzlichen Schutzmaßnahmen. Die Briefe werden im Laufe des Mai 2020 bei den Betroffenen ankommen.

Jene Betroffenen, die keine verschriebenen Medikamente erhalten, zum Beispiel PatientInnen mit Krebstherapie im Krankenhaus oder DialysepatientInnen, können sich bei ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten melden. Sie werden nicht schriftlich verständigt.

Eine vollständige Definition der Risikogruppen ist in der COVID-19-Risikogruppe-Verordnung festgelegt.

Fragen zu Attest, Freistellung oder Homeoffice beantwortet der Dachverband der Sozialversicherungen telefonisch unter der Hotline 050 124 2020 oder per E-Mail an covid19.risikoattest@sozialversicherung.at.

Die wichtigsten Informationen für ältere Menschen

Kann ich wie gewohnt meine Pension abholen und Rechnungen einzahlen?

Holen Sie Ihre Pension nach Möglichkeit nicht gleich am 1. oder 2. Tag des Monats ab. So können Sie Warteschlangen und den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden. In Österreich ist ausreichend Bargeld vorhanden. Die rund 9.000 Bankomaten werden regelmäßig nachgefüllt.

Tipps für Ihre Finanzgeschäfte:

  • Verwenden Sie nach Möglichkeit Online-Banking, Bankomatkarte und kontaktloses Bezahlen.
  • Gehen Sie nicht gleich am Monatsbeginn in die Bank- und Postfilialen.
  • Halten Sie in der Filiale den Sicherheitsabstand von 1 Meter ein und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Vereinbaren Sie vorher telefonisch einen Termin.
  • Klären Sie mit der Bank ab, ob Sie sich von einer Vertrauensperson mit Vollmacht vertreten lassen können.
  • Geben Sie Bankomat- oder Kreditkarte keinesfalls an Fremde.
Wie bekomme ich meine Medikamente?

Sie können sich Ihre Medikamente auch ohne Arztbesuch verschreiben lassen. So ist der Ablauf:

  • Melden Sie sich telefonisch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Die Ärztin oder der Arzt stellt ein Rezept über die benötigten Medikamente aus.
  • Das Rezept gelangt über die e-Medikation elektronisch oder per Fax an die Apotheke.
  • Sie können die benötigten Medikamente ohne Papierrezept in der Apotheke abholen oder Angehörige bzw. eine Betreuungsperson schicken.
  • Erforderlich sind die Angabe des Namens, der Sozialversicherungsnummer und der zuständigen Krankenkasse der Patientin oder des Patienten.
Darf ich meine Enkelkinder treffen?

Es ist ratsam, den persönlichen Kontakt weiterhin einzustellen oder zu reduzieren. Wenn Sie Ihre Enkelkinder treffen wollen, achten Sie auf einen Mindestabstand von 1 bis 2 Metern und die empfohlenen Hygienemaßnahmen. Auch wenn sie nicht krank sind, könnten Ihre Enkelkinder Sie unabsichtlich mit dem Coronavirus anstecken. Fragen Sie gegebenenfalls um Hilfe, damit Sie telefonisch oder über das Internet mit Ihren Enkelkindern in Kontakt bleiben können.

Wann darf mich meine Familie wieder besuchen?

Die Ausgangsbeschränkungen sind seit 1. Mai 2020 aufgehoben. Bis Ende Juni 2020 gibt es folgende Regelung: Zu Menschen, mit denen Sie nicht im gemeinsamen Haushalt leben, müssen Sie  1 Meter Abstand halten. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal 10 Personen treffen.

Diese Regelungen werden auch im privaten Bereich empfohlen.

Am 4. Mai 2020 wurde das Besuchsverbot in Wohn- und Pflegehäusern gelockert: Besuche sind nach Terminvereinbarung möglich. Der persönliche Kontakt wird zeitlich befristet. Die Begegnungen finden in ausgewiesenen Bereichen der PensionistInnen-Wohnhäuser und Pflegeheime statt.

Seit 1. Juni sind Besuche in Spitälern wieder möglich. Erlaubt ist aber höchstens eine Besucherin oder ein Besucher pro Patientin oder Patient täglich.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, gelten weiterhin strenge Regeln:

  • Die Personendaten jeder Besucherin und jedes Besuchers werden erfasst.
  • Es werden nur Besuche von Personen zugelassen, die in den letzten 14 Tagen vor dem Besuch keine Symptome einer SARS-CoV-2 Infektion hatten. Der Gesundheitszustand wird in den Zugangsbereichen der Spitäler abgeklärt.
  • Die Besucherinnen und Besucher müssen die geltenden Hygieneregeln beachten: Abstand halten, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Hände desinfizieren.

Wegen des zu erwartenden höheren BesucherInnen-Aufkommens kann es zu längeren Wartezeiten in den Zugangsbereichen kommen. Bitte halten Sie auch dort während der Wartezeit die Abstandsregeln ein.

Wer kann für mich Einkaufen gehen?

Wenn Sie Hilfe bei der Organisation des Alltags benötigen, rufen Sie die Telefonnummer 01 4000-4001 an. Die Stadt Wien hat diese Telefonnummer für Personen eingerichtet, die keine Unterstützung durch Angehörige oder Nachbarinnen und Nachbarn bekommen können.

Falls Sie selbst Einkaufen gehen, denken Sie daran, dass Sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu anderen Personen.

Darf ich mit meinem Hund Gassi gehen?

Sie dürfen weiterhin mit Ihrem Hund Gassi gehen. Die Hundezonen sind geöffnet. Vermeiden Sie aber den Kontakt mit Menschen, mit denen Sie nicht zusammenwohnen. Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand.

Mehr Informationen zu Hundehalterinnen und Hundehaltern in Quarantäne oder den Umgang mit Listenhunden: Coronavirus und Hunde bzw. Haustiere

Darf ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren?

Seit 1. Mai 2020 können Sie sich im öffentlichen Raum wieder frei bewegen, also auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, wenn Sie wollen. Halten Sie zu Menschen, mit denen Sie nicht im gemeinsamen Haushalt leben, 1 Meter Abstand. Sie müssen einen Mund-Nasen-Schutz in den öffentlichen Verkehrsmitteln tragen.

Gehöre ich aufgrund meines Alters zur Risikogruppe?

Als Risikogruppe gelten Menschen über 65 Jahre und Personen mit chronischen Vorerkrankungen jeden Alters. Unabhängig vom Alter steigt für Personen mit Lungenerkrankungen und chronischen Vorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung mit schwerem Verlauf.

Als chronische Vorerkrankungen gelten:

  • (Chronische) Atemwegs- bzw. Lungenerkrankungen inklusive COPD
  • Diabetes
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Bluthochdruck

Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen?

Tatsächlich schützen können Sie sich vor allem, indem Sie direkte soziale Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Ein Mund-Nasen-Schutz schützt in erster Linie die anderen, nicht Sie selbst.

So können Sie sich und andere schützen:

  • Halten Sie mindestens 1 Meter Abstand zu anderen Menschen und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, wenn Sie dringende Besorgungen machen.
  • Waschen Sie Ihre Hände täglich öfter mit Wasser und Seife oder mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel mindestens 20 Sekunden lang.
  • Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase mit einem Papiertaschentuch oder mit Ihrer Ellenbeuge, wenn Sie husten oder niesen. Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase nicht mit den Händen, wenn Sie husten oder niesen.
  • Werfen Sie Papiertaschentücher sofort in den Müll und waschen Sie danach Ihre Hände. Werfen Sie Papiertaschentücher nicht ins Altpapier.
  • Wenn andere Personen in Ihrer Nähe sind und Sie husten oder niesen müssen, drehen Sie sich weg.
  • Verzichten Sie auf Händeschütteln.
  • Vermeiden Sie Kontakt zu kranken Menschen, die Fieber oder Husten haben.
Was, wenn meine Betreuungsperson nicht mehr kommen kann?

Falls Ihre Betreuungsperson nicht mehr zu Ihnen kommen kann, weil sie zum Beispiel selbst krank ist, rufen Sie das KundInnentelefon des Fonds Soziales Wien (FSW) an:

Telefonnummer: 01 24 5 24

Auch wenn nicht immer die bestehende Pflege- und Betreuungssituation aufrechterhalten werden kann, werden Sie in dieser besonderen Situation nicht alleine gelassen.

Mir fehlt der Kontakt zu anderen - an wen kann ich mich wenden?

Die Service-Einrichtung wohnpartner hat ein Nachbarschaftstelefon für alle Wienerinnern und Wiener eingerichtet, die nachbarschaftliche Fragen und Sorgen haben.

  • Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr
  • Telefonnummer: 01 24503-25960

Telefonseelsorge

Psychiatrische Soforthilfe

  • Täglich von 0 bis 24 Uhr
  • Telefonnummer: 01 31 330

Ö3-Kummernummer

  • Täglich von 0 bis 24 Uhr
  • Telefonnummer: 116 123
Was kann ich Zuhause machen?

Der Fonds Soziales Wien hat eine Liste mit Unterhaltungsangeboten für Zuhause zusammengestellt. Alle Tipps, vom virtuellen Rundgang durch ein Museum, über Musik, bis hin zu Sportangeboten finden Sie unter www.senior-in-wien.at

Haben die städtischen Friedhöfe geöffnet? Darf ich ein Grab besuchen?

Die städtischen Friedhöfe sind weiterhin geöffnet, es wird dennoch empfohlen, von Friedhofsbesuchen abzusehen.

Tipp: Ein kostenloses Service der Friedhöfe Wien ermöglicht Gedenken ohne vor Ort zu sein: Das  „Digitale Grab“  enthält alle wichtigen Informationen rund um das Grab. Darüber hinaus können in virtuellen Gedenkräumen gemeinsam Erinnerungen gepflegt werden.

Servicenummer 01/4000-4001

Die Stadt Wien hat eine eigene Servicenummer für Personen eingerichtet, die auf Hilfe angewiesen sind, aber keine Unterstützung durch Angehörige oder NachbarInnen bekommen können. Die Hotline mit der Nummer 01/4000-4001 sollte nur in dringend notwendigen Fällen angerufen werden. Sie bietet Hilfe bei der Organisation des Alltags für betroffene Risikogruppen (ältere Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen).

Taxigutscheine für Wienerinnen und Wiener ab 65 Jahren

Alle Wienerinnen und Wiener ab 65 Jahren mit Hauptwohnsitz in Wien haben bis Ende März dazu einen persönlichen Brief erhalten. Bis spätestens 31. Mai 2020 ist es möglich, den Bedarf für Taxigutscheine zu melden.

Der Gutschein selbst ist bis 31. Oktober 2020 gültig.